Das Medikament hindert Entzundungszellen daran in geschadigtes Gewebe einzuwandern und dort eine uberschie?ende Entzundungsreaktion zu verursachen.Prednisolon wird nicht nur bei Rheuma, sondern bei einer Vielzahl von entzundlichen Erkrankungen angewendet, beispielsweise bei schweren Infektionskrankheiten oder bei akuten Verschlechterungen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und bei schwerem Asthma. Vorbeugend wird Prednisolon zur Behandlung von chronischem Cluster-Kopfschmerz eingesetzt.Ebenso zahlreich wie die Anwendungsgebiete sind aber auch die Nebenwirkungen, einige konne durchaus auch gefahrlich werden. So erhoht sich die Infektanfalligkeit des betroffenen Patienten, bei langerer Einnahme konnen Schadigungen am Knochenbau (Osteopenie bzw. Osteoporose) auftreten. Auch Diabetes mellitus wird als eine mittelbare Nebenwirkung diskutiert. Andere Nebenwirkungen treten nur wahrend des Therapiezeitraums auf und verschwinden nach dem Absetzen der Medikamente wieder: Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Schlafstorungen, Schwindelanfalle. Deshalb starten die meisten Rheumatologen mit relativ geringen Tagesdosen. Einige verzichten sogar auf die Kortisonbegleitung der MTX-Therapie, um das Risiko von Nebenwirkungen zu vermeiden. Sie lindern stattdessen die Beschwerden mit einfachen Schmerzmedikamenten bis MTX zu wirken beginnt.Die CORRA-Studie soll die Wissenslucke schlie?en und den Rheumatologen konkrete Tagesdosen fur eine wirksame und schonende Prednisolon-Therapie empfehlen. Dafur werden drei Patientengruppen zu je 150 Personen mit taglich 60 mg oder 10 mg Prednisolon oder Placebo (Pille ohne Wirkstoff) behandelt. Die Dosis wird innerhalb von 12 Wochen schrittweise reduziert, danach endet die Prednisolon-Gabe. Danach werden die Patienten eingehend auf Wirkung und Nebenwirkungen untersucht, zunachst monatlich, danach mehrmonatlich uber insgesamt ein Jahr. Den Abschluss des Forschungsprojekts bildet eine umfassende Rontgenuntersuchung aller Patienten, ob und in welchen Umfang Gelenkschaden aufgetreten sind. So wird sich zeigen, welche Prednisolon-Dosierung zur Unterstutzung der Rheuma-Basistherapie notwendig ist - oder, ob zukunftig auf die vorsorgliche Gabe von Kortisonmedikamenten verzichtet werden kann.Handelsnamen von Medikamenten mit Prednisolon, zugelassen in D = Deutschland, A = Osterreich, CH = SchweizMonopraparate:Aprednislon (A), Decortin H (D), Dermosolon (D), Dontisolon (D), Hefasolon (D), Hexacorton (CH), Infectocortikrupp (D), Inflanefran (D), Kuehlprednon (A), Linola H (D), Lygal Tinktur (D), Prednisolut (D), Premandol (CH), Solu-Decortin (D), Solu-Dacortin (A), Spiricort (CH), Ultracortenol (D, A, CH) sowie zahlreiche Generika (D, A, CH)Kombinationspraparate:Alpicort (D, A, CH), Aquapred (D), Bismolan-H Corti (D), Blephamide (D, CH), Imacort (CH), Imazol comp (D), Inflanegent (D), Klismacort (D), Leioderm P (D), Linoladiol H (D), Locaseptil (CH), Mycinopred (CH), Oxytetracyclin-Prednisolon (D), Scheriproct (A, CH) Auf der Suche nach optimaler Dosis, Wirken ohne gravierende Nebenwirkungen - RUB-Biometriker wollen Arthritismedikation verbessern.